[Rezension] Lynn Raven: Hexenfluch


Informationen zum Buch:
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. Mai 2012)
Sprache: Deutsch
Preis: 12,99€









Kurzbeschreibung:
Im Leben der erfolgreichen Ärztin Ella Thorens gibt es nicht viel außer ihrem Beruf. Seit ihre Mutter sie und ihren Vater verließ, hält sie ihr Herz sorgsam verschlossen. Ella ahnt nicht, dass ihre Mutter ihr ein besonderes Erbe hinterlassen hat, bis sie eines Abends Zeugin wird, wie eine Gruppe vermummter Gestalten einen Mann zusammenschlägt. Ella kann die Angreifer vertreiben, doch als sie den Verletzten berührt, fühlt sie, wie eine neue Macht sie durchströmt. Denn Christian Havreux ist ein Hexer, und der Kontakt mit ihm erweckt Ellas magische Kräfte. Christian überredet Ella, sich von ihm ausbilden zu lassen, doch dabei verfolgt er nicht nur uneigennützige Pläne … (Quelle: amazon.de)

Über die Autorin:
Lynn Raven lebte in Neuengland, USA, ehe es sie für einige Jahre nach Deutschland verschlug. Zurzeit wechselt sie zwischen beiden Ländern hin und her. Als Autorin ist sie in der Urban und High Fantasy gleichermaßen zu Hause und ebenfalls unter dem Namen Alex Morrin erfolgreich. Besonders bekannt sind aber ihre sowohl bei Jugendlichen wie Erwachsenen beliebten All-Age-Romane "Der Kuss des Dämons", "Das Herz des Dämons" und "Das Blut des Dämons".  (Quelle: amazon.de)

Meine Meinung:
Hexenfluch ist ein Fantasyroman über Hexen und wurde von der Autorin Lynn Raven verfasst.
Bislang habe ich nur Gutes über Lynn Raven gehört, deswegen war ich besonders gespannt, wie mir das erste Buch, dass ich von ihr lesen, gefallen wird.

Ella Thorens ist eine sehr begabte, extrem ehrgeizige,  junge Ärztin, deren Job ihr über alles geht. Somit leidet ihr Privatleben, denn keiner ihrer bisherigen Freunde wollte an zweiter Stelle hinter ihrem Beruf stehen. Doch dann lernt sie durch Zufall den attraktiven Christian Havreux kennen, nämlich in einer dunklen Gasse, schwer verwundet. Sie rettet ihm das Leben, indem sie bislang ungeahnte, magischen Kräfte freisetzt und seine Verletzungen auf sich selbst überträgt. Die beiden kommen sich immer näher und schließlich klärt Christian Ella darüber auf, dass sie eine Hexe ist und zudem auch eine Heilerin. Er will Ella ihre Fähigkeiten lehren, sodass sie wieder in ihrem Beruf als Ärztin tätig werden kann. Denn sobald sie jemanden berührt, nimmt sie dessen Krankheit auf sich, was als Ärztin äußerst unpraktisch ist.
Christian scheint ein Doppelleben zu führen und scheinbar seine ganz eigenen Pläne mit Ella zu haben. Kann sie ihm trauen, oder zieht er sie genau in die Front eines uralten magischen Krieges?

Viele Leser schwärmen von Lynn Raven. Da ich persönlich aber noch nichts von ihr gelesen habe, war ich umso gespannter auf den Roman Hexenfluch. Ehrlicherweise muss gestehen, dass ich anfänglich ein wenig enttäuscht war, denn die Handlung zieht sich nur schleppend. Erst nach hundert langen Seiten beginnt es für mich spannend zu werden. 
Der Einführungsbereich um die Charaktere und die Handlung kennen zu lernen hätte dementsprechend viel kürzer sein dürfen. Ansonsten bin ich aber von Lynn Ravens Schreibstil fasziniert, denn sobald die Handlung spannungsvoll ist, konnte ich das Buch nicht mehr weglegen und war vollkommen gefesselt.
Lynn Raven schreibt sehr angenehm flüssig ohne viele Schnörkel und verstrickt sich nicht in Beschreibungen, was mir sehr gut gefällt. Sie schafft es mich voll und ganz in die Handlung reinzuziehen und mich nicht mehr loszulassen.
Die Perspektivenwechsel machen es dem Leser einfach sich in die beiden Protagonisten Ella und Christian hinein zu versetzen. Außerdem lässt sie die dunkle Atmosphäre die im Buch herrscht perfekt in mir aufkommen, sodass ich in manchen Momenten sogar Gänsehaut bekommen habe. Durch diese düstere Handlungsstränge merkte ich schnell, dass dies absolut kein Jugendbuch ist, dafür sind auf die Personen viel zu alt. Aber die Abwechslung zu den vorherigen Jugendhexenromanen tut mir gut.

Irritiert hat mich gleich zu Beginn der Name des Protagonistin Christian Havreux. Wieso haben die meisten Hexenroman Charaktere französische Namen? Und wieso reimt sich Christians Name auf den Namen des Bösewichts aus der Hexenreihe 'Witch' die ich vor Hexenfluch gelesen habe?
Auf den ersten hundert Seiten habe ich Christian somit direkt als Oberfiesling abgestempelt, denn aufgrund seiner undurchschaubaren, dunklen Art konnte ich ihn absolut nicht einschätzen.
Das gefällt mir eigentlich an männlichen Charakteren, irgendwie macht sie das heiß. Dennoch wollte ich bei Christian unbedingt wissen, ob er nun gut oder böse ist. Immer mehr aufkommende Konflikte sprachen für die böse Seite, da er auch zum Hexenclan der bösen Dämonin Lyresha
gehört und Ella scheinbar nur für seine Zwecke benutzen will.
Ella ist eine liebenswürdige Person, die sich auch gleich ein Plätzchen in meinem Herzen erkämpft hat. Sie ist hilfsbereit, ehrgeizig, wissbegierig und vollkommen vernarrt in ihren Job. Logischerweise fällt es schwer sich als Mann einen Weg zu ihrem Herzen frei zu kämpfen, da sie kaum Zeit hat. Dennoch schafft Christian genau dies. Er untersützt sie, hört ihr zu, kocht mit ihr und drängt sie nicht, wenn sie einmal keine Zeit hat, natürlich macht Ella dies auf Dauer schwach, welche Frau würde den gutaussehenden, geschäftstüchtigen, jungen Herrn schon vor der Tür warten lassen. Die sanfte, reine Liebesgeschichte der beiden gepaart mit der magischen, düsteren Welt in der sie leben erzeugt einen Konflikt der mir sehr gut gefällt. Außerdem bin ich vollkommen begeistert wie Ella es schafft Christian aus den Fängen der Dämonin Lyresha zu holen. Lyresha ist ein richtiges Miststück, es gibt kaum Personen wo ich dieses Wort benutze, aber für sie ist dies förmlich erfunden worden. Sie behandelt ihren Hexenclan wie einen Swingerclub, in dem jeder mal mit jedem schlafen MUSS. Besonders Christian hat es ihr angetan und umso mehr freut mich, dass die böse Dämonin am Ende eins auf die Nuss bekommt.
Neben Christian und Ella gibt es noch viele Nebencharaktere, wie zum Beispiel Ellas Hexenclan oder auch Sushi, Ellas Katze. Ich liebe diese Katze, besonders ihr Name hat es mir angetan. Wie kann man eine Katze nur 'Sushi' nennen? Das zeugt förmlich von Fischfresssucht und so verhält sich Sushi auch, bekommt sie kein Fresschen wird sie zickig, typisch Katze eben.
Aber besonders diese Kleinigkeiten machen aus dem Roman einen besonderen Schmackerl, den man eben einfach lesen muss.

Besonders am Ende des Buches gibt Lynn Raven nochmal Vollgas. Die actionreichen Handlungen überschlagen sich förmlich, dem Leser wird nicht einmal eine Pipipause gegönnt.
Ich hatte das Gefühl, dass meine Hände sich vollkommen verkrampft um das Buch geklammert haben, um es ja nicht weglegen zu müssen. 
Das letzte Kapitel zeugt von gefährlichen, brutalen Handlungen, die schließlich zu einem wunderschönen Happy End führen. Das macht es aber umso schwerer nach dem Buch wieder aus der Welt aufzutauchen und die Personen zu vergessen.
Einen zusätzlichen Pluspunkt sammelt das Buch mit seinem wunderschönen Cover.
Den dieses ist ein absoluter Hingucker. Die Frau in dem tollen roten Kleid die auf ihre Stadt blickt, das passt zu Ella. Irgendwie wirkt es geheimnisvoll und lässt eine magische Stimmung aufkommen mit einem Hauch von Dunkelheit.

Lieblingszitat:
Sie biss die Zähne zusammen, funkelte ihn an. "Du bist kein Monster, Kirsten Havebeeg. Sie war das Monster. Du bist ein nur ein riesiger ... Esel!"
"Esel? Ein Esel, ja?"
"Ja, ein elender, dummer Esel. Der sich obendrein in Selbstmitleid suhlt." (Zitat, S. 396 - 397)

Fazit:
Lynn Ravens Hexenfluch hat mir sehr gut gefallen und da dies mein erstes Lynn Raven Buch war, werde ich nun wohl auch mal nach ihren Dämonenbüchern greifen.
Wer ein Fan von Lynn Raven ist oder von Hexenromanen schwärmt für diesen ist Hexenfluch genau das Richtige. Aber vorsicht, dies ist absolut kein Jugendroman.

Gesamtbewertung:

Covergestaltung: 5/5 Punkten 
Story: 4/5 Punkten  
Schreibstil: 4/5 Punkten
Emotionen: 4/5 Punkten
Charaktere: 5
/5 Punkten 



Danke liebes knaur -Team für die Bereitstellung dieses wunderbaren Rezensionsexemplares.




Kommentare:

  1. Ich habe richtig Lust, mal einen Hexenroman zu lesen. Leider sind die in meinem Bücherregal Mangelware. Das Buch steht bereits auf meiner Wunschliste, scheint eine gute Wahl zu sein :-)

    Liebe Grüße
    Marleen

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  2. Also die Bücher, die ich am 12.Juni bestelle sind: The Golden Lily, Vampire Academy Graphic Novel Frostbite, Battle Royale.
    The Golden Lily erscheint nämlich am 12., deswegen mache ich die kleine Sammelbestellung ,D

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  3. Vielleicht schreibst du nicht rein, dass die Bösewichtin am Schluss besiegt wird ^^
    Aber sonst sprichst du mir aus der Seele :D Zwar hatte ich schon vorher der Kuss des Kjer von ihr gelesen (Richtig toll!!), aber es war ein totales Gegenteil zu Hexenfluch. War halt total Fantasy und ein richtiges Jugendbuch ^^
    Aber jetzt zu deiner Rezi: Ich fand Lyresha auch total mies, gemein, fies, hinterhältig,... (Da fallen mir einfach zu viele Adjektive ein :D) und Miststück triffts da richtig gut :D
    Bei Christian wusste ich auch erst nicht, ob der jetzt gut oder böse ist :D Deshalb hab ich auch in der Mitte des Buches hinten ein paar Sätze gelesen, weil ich so neugierig war xD
    Haha, als Sushi im Buch das erste Mal vorkam, dachte ich, sie meint echtes Sushi xD Da hieß es nämlich irgendwie "Ich muss ja noch Sushi füttern" oder so und ich dachte sie mein, dass sie Sushi FUTTERN muss :D Also essen muss xD Und das war halt da, wo sie irgendwie überfallen wurde (Also ganz am Anfang :D) Oh man, danach hab ich erst kapiert, dass Sushi eine Katze ist :D
    Ich glaub, ich hab hier echt was zugelabert :D
    Liebe Grüße
    Blueberry

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